Das Tälerprojekt fördert Naturparadiese


Das Tälerprojekt ermöglichte uns etwas mehr als 25 Hektar entfichteter Privatflächen zu erwerben, die das Statut von Naturschutzgebieten erhalten haben. Die meisten der erworbenen Parzellen grenzen an bestehende Naturschutzgebiete, so dass größere zusammenhängende Blöcke geschaffen werden konnten, deren Pflege jetzt leichter zu bewerkstelligen ist. Kohärenter, großflächige Naturschutzgebiete zu schaffen ist eine unabdingbare Voraussetzung für das Überleben zahlreicher Tier- und Pflanzenarten.

16 biologisch wertvolle Parzellen mit einer Gesamtfläche von 5,7 Hektar in den Tälern der Our, der Holzwarche, der Ulf, der Warche, des Schartenknopf und des Thommer Bachs konnten hinzu gekauft werden.

Die Neuankäufe entlang der Our befinden sich in der Nähe von Schönberg in einem sehr reich strukturierten Gebiet, in dem laut Professor R. Libois noch alle drei von ihm untersuchte Arten (Flussperlmuschel, Eisvogel, Fischotter) zu finden sind. Das Kernstück bilden Bruchwaldreste in verschiedenen Mäander, die genau wie die flussbegleitende Erlen- und Weidengalerie in ihrer Gesamtheit erhalten werden sollten. Einige Flächen, darunter eine mit außerordentlich reichen Beständen an Herbstzeitlosen sowie eine Bärwurzwiese, liegen brach und drohen zu verbuschen.

Die wertvollen Neuankäufe im Holzwarchetal sind vor allem saure, verbrachte Pfeifengraswiesen mit eingestreuten Quellmoorbereichen. Letztere beherbergen u.a. die großflächigsten Moorlilienbestände des Holzwarchetals und sind ein Flugplatz des seltenen Moosbeerenscheckenfalters.

Am oberen trockenen Rand der Parzelle ist eine typische Bärwurzwiesenvegetation ausgebildet, die vor allem durch Wildbeweidung unterhalten wird. Rothirsche sind hier relativ häufig.
Wie jedem einleuchtet, können diese wertvollen Lebensräume nur durch einen hohen finanziellen Aufwand von Natagora/BNVS aufgekauft werden. Die Wallonische Region beteiligt sich nur zu 50 % an den Ankäufen.

Den restlichen Betrag muss die Vereinigung durch Spenden und Sponsoring aufbringen. In der Politik und auch in großen Teilen der Gesellschaft ist es leider noch so, dass unser Naturerbe im Vergleich zum kulturellen Erbe als weniger wichtig angesehen wird. Sind aber artenreiche und vielgestaltige Kulturlandschaften mit 1000- bis 6000-jähriger Geschichte wirklich weniger wertvoll als Kulturdenkmäler aus dem Mittelalter oder der Neuzeit? Sind Pflanzen- und Tierarten, die bereits vor 10.000 oder 100.000 Jahren entstanden sind, weniger bedeutsam als Gemälde oder andere Zeugnisse der Kulturgeschichte?

Helfen Sie uns! Mit Ihrer Spende schützen Sie heimische Naturparadiese!


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